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Fidel

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»O-Ton Cuba«: Reden und Artikel des Compañero Fidel Castro Ruz 

(Dokumente: 1953 - 2011, dann weiter auf neuer Seite ab 2012)

* Hinweis 1 - Bedienerfreundlichkeit: Zum Zwecke besserer Recherchemöglichkeit sind die Texte in chronologischer Reihenfolge aufgeführt (also von oben nach unten) und absichtlich nicht, wie sonst internetüblich, mit dem aktuellen Text zu Anfang, also von unten nach oben.

* Hinweis 2 - Komplettierung: Die Zusammenstellung erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil: Wer über weitere (deutschsprachige) Fidel-Texte verfügt, wird gebeten uns diese als doc-Datei zu senden an info@cubafreundschaft.de. Sollte wider Erwarten eine der aufgeführten pdf-Dateien nicht zu öffnen sein, bitten wir (zwecks Korrektur) ebenfalls um eine kurze Benachrichtigung. Vielen Dank.

* Hinweis 3 - Raúl: Mit der Wahl von Comandante Raúl Castro Ruz als Nachfolger von Fidel zum Präsidenten Cubas am 24.02.2008 werden natürlich auch dessen zentrale Reden in einer separaten Rubrik ausgewiesen.

* Hinweis 4 - Zentralarchiv: Das zentrale, internationale Archiv für Fidel-Reden in mehreren Sprachen [1959 - 1997 ausschließlich spanisch; ab 1998 in arabisch, englisch, französisch, italienisch, portugiesisch, russisch, spanisch] liegt bei der cubanischen Regierung unter http://www.cuba.cu/gobierno/discursos/index.html (bis 22.02.08) und http://www.cuba.cu/gobierno/reflexiones/reflexiones.html  (ab 28.03.07).

Zu Fidels Mandatsverzicht schreibt Ignacio Ramonet, Direktor von »Le Monde diplomatique« u.a.: »Die Mehrheit der Kubaner ist einverstanden, daß ihr Land von einer anderen Mannschaft, doch auf dieselbe Weise und mit demselben sozialistischen Weg regiert wird (…) Castro ist eine Persönlichkeit mit rigorosen ethischen und moralischen Prinzipien und einer strengen wie bescheidenen Lebensweise. Oft wird vergessen, daß er sich leidenschaftlich für Umweltfragen und Ökologie einsetzt. Weder ist er das Ungeheuer, als das ihn einige Medien des Westens beschrieben haben, noch der Superman, wie er in manchen kubanischen Medien dargestellt wird. Mit seinem unglaublichen Stehvermögen ist er vor allem ein Ausnahmestratege, ein Anführer, der im Angesicht der feindlichen nordamerikanischen Großmacht sein ganzes Leben dem Widerstand gewidmet hat. Nie hat er nachgegeben, nie wurde er besiegt. Das ist sein großer Triumph.« Der Ù komplette Text »Kuba ist nicht allein« wurde am 12.03.2008 in der Tagezeitung »junge Welt« veröffentlicht.  

KULTURPOLITIK:

 »Innerhalb der Revolution – Alles. Gegen die Revolution – Nichts. Das Ziel der Revolutionäre muss sein, dass an ihrer Seite alle Künstler und Intellektuellen marschieren. Die Revolution muss sich nur gegen die stellen, die unverbesserlich reaktionär sind. Auf solch einem revolutionären Felsen wird dann immer eine Fahne wehen, auf der steht: Vaterland oder Tod! Wir werden siegen.«

Fidel Castro, 1961, Rede an die Intellektuellen

46 Jahre später nimmt der cubanische Schriftsteller Elíades Acosta Stellung zur aktuellen Kulturpolititk Cubas im Jahre 2007.

Der cubanische Kulturminister Abel Prieto hielt beim UNEAC-Kongress am 4. April 2008 eine Grundsatzrede zur aktuellen Lage und Perspektive der Kulturpolitik Cubas.

Bericht über den UNEAC-Kongress in der »cuba libre«, 3/08

Aktuell: 

Aktuelle Literatur:  

  • Im September 2010 veröffentlichte die Granma Internacional die autobiographische Abhandlung, die das Buch »La Victoria Estratégica« (Der Strategische Sieg einleitet, das von Comandante en Jefe Fidel Castro geschrieben wurde und das er am 2. August im Beisein mehrerer seiner Kampfgefährten vorstellte - Autobiographie von Fidel

  • Im November 2006 erschien in Havanna die 3. überarbeitete Auflage des Buches »Cien Horas con Fidel« (100 Stunden mit Fidel) von IGNACIO RAMONET, Chefredakteur der französischen Zeitung »Le Monde diplomatique«. Anlässlich der Präsentation der französischen Ausgabe (»Fidel Castro: Biographie à deux voix«) veröffentlichte die Tagezeitung »junge Welt« am 23. März 2007 ein Interview mit dem Autor: »Das Buch wird seine Wirkung noch entfalten«. Das Werk liegt noch nicht auf deutsch vor (siehe unten). 

  • Allerdings veröffentlichte die deutschsprachige »Granma Internacional« schon mehrere interessante Auszüge, so die Kapitel 24 (»In Lateinamerika kann mehr als eine Revolution ausbrechen«) und 25 (»Briefe an Saddam Hussein«); beides ausgesprochen spannend zu lesende Dokumente des Weltgeschehens aus cubanischer Sicht.

  • Am 14.06.2008 dokumentierte die »junge Welt« eine gekürzte Fassung des 7. Kapitels über Erinnerungen an Che Guevara.

  • Am 22.03.2007 veröffentlichte die Online-Zeitung »Neue Rheinische Zeitung - NRhZ« ein sehr interessantes Gespräch mit dem Autor Ignacio Ramonet über das Zustandekommen des o.g. Buches; ein Artikel des Journalisten und Herausgebers Martin Schwander hier.

  • Anlässlich des Erscheinens der deutschen Übersetzung des Buches unter dem Titel »Fidel Castro - Mein Leben« veröffentlichte das ND am 20./21.09.08 exclusiv Auszüge aus dem Kapitel »Cuba heute«.

  • Aus o.g. Anlass veröffentlichte das ND am 23.09.08 in der Beilage »Die Leseprobe« einen weiteren Auszug, diesmal zum Thema UdSSR.

  • Anläßlich des 50. Jahrestages der cubanischen Revolution veröffentlichte die jW am 08.01.09 unter dem Titel »Lektionen einer Guerilla« das 9. Kapitel des Buches. 

  • Die NRhZ/Neue Rheinische Zeitung veröffentlichte am 09.01.09 eine Rezension von Jörg Kronauer: »Die absolute Autorität«

  • 22.10.2010, UZ: »Keine Hundert Stunden« / Hörbuch-Rezension

 

  • Wir freuen uns, an dieser Stelle exclusiv einen autorisierten Vorabdruck aus dem Buch »Mit einem Ziel vor den Augen – Gelebtes und Erlebtes 1939 bis 1989« von HERBERT MIES vorstellen zu können: »Fidel Castro: „Genosse Hoff, bleib' bei uns…“«.

[Herbert Mies (*23.Februar 1929 in Mannheim) war von 1949 – 1953 Mitglied des Zentralkomitees, seit 1963 Kandidat und Sekretär des Politbüros der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und von 1973 bis 1990 Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Er wurde 1987 mit dem Internationalen Leninpreis ausgezeichnet, arbeitete bis 1997 als Vorsitzender des »Mannheimer Gesprächskreises Geschichte und Politik« und seit 1995 als Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Mannheim-Schönau.«]

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Bewegendes Treffen mit Fidel

Quelle: , September 2009, Fotos: Alex Castro

• DIE zehn jungen Anwälte, die soeben ihr Studium an der Universität Carabobo abgeschlossen haben und Mitglieder der zweiten Absolventengruppe "Fidel Castro" sind, hatten am Vormittag des 22. August ein mehrstündiges bewegendes Treffen mit Fidel. Im Namen unseres Volkes dankte Fidel für ihre Geste, die er als Anerkennung des Werkes der Re­volution wertete. Sie erörterten Begebenheiten des Treffens vor 14 Jahren, als die ersten Absolventen des Studien­jahrganges 1995 ebenfalls diese Initiative in Verbindung mit Kuba hatten, sowie zahlreiche Aspekte der bolivarianischen und der kubanischen Revolution und zu anderen Themen der Gegenwart. Der Meinungsaustausch zu Themen wie der Um­weltverschmutzung, dem Klimawandel und über den Verlauf der sozialen Missionen in Venezuela war anregend und enthielt viele interessante Anekdoten. Zum Abschluss des Treffens überreichte Fidel jedem der jungen Anwälte ein von ihm unterzeichnetes Exemplar seiner jüngsten Reflexionen unter dem Titel Das Imperium und die Roboter. Die Venezolaner bekundeten dem Revolutionsführer auf be­wegende Art ihre Zuneigung. •

 

Junge Anwälte aus Venezuela ehren Che

Das Treffen mit Fidel war für sie von großer Bedeutung, und sie bewundern die Stärke des Führers der Revolution

Freddy Pérez Cabrera

Ÿ DIE am Sonntagabend in der Nachrichtensendung des kubanischen Fernsehens bekannt gegebene Meldung erfasste wie ein Lauffeuer ganz Kuba, Auch die wichtigsten Nach- richtensender der Welt kommentierten: Wie gut Fidel aussieht! Das bestätigten auch die zehn frischgebackenen Juristen von der Universität Carabobo der zweiten Studienjahrganges "Fidel Castro", die Che und seiner Mitkämpfer gedachten und ande­re historische Stätten von Santa Clara besichtigten. In Begleitung des ersten Sekretärs der Partei in Villa Clara, Omar Ruiz Martín, und des Vizepräsidenten der Regierung in der Provinz, Israel Ramos Izquierdo, machten die jungen Juristen einen Rundgang durch die Gedenkstätte und ehrten an den Grabnischen Che und seine in Bolivien gefallenen Mitkämpfer mit einer Schweigeminute. Marco Montilla, der junge Anwalt, der sich mit dem Comandante en Jefe am längsten unterhalten hatte, sagte, er fand ihn so auf­recht und stark wie immer, als er seine weisen Gedanken zum Ausdruck brachte. "Fidel ist ein vom Leben untrennbares Wort", sagte der Jurist und ergänzte, dass bei der Zusammen- kunft u. a. Themen wie der Kampf um die Befreiung der in den USA zu Unrecht inhaftierten fünf kubanischen Patrioten, die doppelte Moral des Imperiums und sein Medienkrieg gegen die fortschrittlichen Kräfte in Lateinamerika sowie die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und des Klimawandels behandelt wurden. Für Triana Moricha war das Treffen eine unvergessliche Erfahrung, die ihr noch be­wusster machte, dass man, wenn man Fidel kennen lernen will, nur mit einem beliebigen Kubaner zu reden braucht, denn er ist die Synthese seines Volkes. "Der Comandante en Jefe ist stark wie eine Eiche, er sieht sehr gut aus, er redete dreieinhalb Stunden lang, stellte uns Fragen und dachte mit uns mit außerordentlicher Klarheit über verschiedene Themen nach", sagte die junge Frau bewegt. Gisela León äußerte, dar Besuch habe alle Vorstellungen übertroffen. Sie beschrieb, wie die Tür aufging und Fidel aufrecht und stolz vor ihnen stand, ganz anders, als es die Kommunikationsmedien im Dienste der Mächtigen vermitteln, und sie so gerührt waren, dass sie zu weinen anfingen. "Ich sah eine sehr humane Person vor mir, einen einfachen Menschen, dessen Intelligenz uns beeindruckte. Das Gespräch glich einer lehrreichen Vorlesung, in der viele Themen angeschnitten wurden." Iriesmar Parada, eine weitere Juristin, die an dem Treffen mit dem Revolutionsführer teilgenommen hatte, sagte, es sei eine glückliche Idee gewesen, Fidel zum Paten ihres Studienganges zu machen, was eine große Verantwortung den Völkern gegenüber ist, denn es handelt sich um einen der größten Menschen der amerikanischen Geschichte, dem sie treu sein müssen. "Gestern haben wir Fidel kennen gelernt und heute haben wir das Privileg, dem Heldenhaften Guerrillero Ehre zu erweisen. Für einen jungen Lateinamerikaner kann es keine höhere Auszeichnung geben", sagte Iván Osorio, der darum bat, dem kubanischen Volk mitzuteilen, dass der Comandante sehr gut aussieht. Mit den Worten von Präsident Chávez gesagt: "Fidel ist komplett, den Comandante wird es noch lange geben." "Er ist eine Gestalt, die Achtung einflößt. Mit seinen 83 Jahren strahlt er eine große Energie aus", stellte Osorio fest, der irn Namen der Gruppe gestand, dass das Treffen ihrem Leben einen neuen Sinn gegeben hat, da sie eine sehr große Verpflichtung übernommen haben, die sie zu erfüllen wissen werden. Bewegend waren die anerkennenden Worte von Juan Romero. Er sagte, dass in der uneigennützigen Arbeit jedes einzelnen der kubanischen Ärzte, Trainer, Lehrer und Spezialisten, die in Venezuela ihren Einsatz leisten, das Vorbild Fidel Castros zu erkennen ist. Am Nachmittag besichtigte die Delegation das Denkmal der Aktion gegen den Panzerzug und die Kommandantur des Che in der Zentralen Universität Marta Abreu in Las Villas. Der Besuch in Kuba endete in Santiago de Cuba mit einer Besichtigung historischer Stätten in der heldenhaften Stadt, von wo aus sie die Rückkehr nach Venezuela antrat. Ÿ

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»Revolution bedeutet den Sinn des historischen Moments, bedeutet, all das zu verändern, was verändert werden muss, Gleichheit und volle Freiheit, den Nächsten wie ein menschliches Wesen zu behandeln und auch selbst so behandelt zu werden, uns selbst mit unseren eigenen Anstrengungen zu emanzipieren, die mächtigen herrschenden Kräfte inner- und außerhalb des sozialen und nationalen Rahmens herauszufordern, Werte zu verteidigen, an die man zum Preis des eigenen Opfers glaubt; sie bedeutet Bescheidenheit, Uneigennützigkeit, Altruismus, Solidarität und Heldentum; sie bedeutet, mit Kühnheit, Intelligenz und Realismus zu kämpfen, niemals zu lügen oder ethische Prinzipien zu verletzen, und sie bedeutet die tiefe Überzeugung, dass auf der Welt keine Kraft existiert, die fähig ist, die Kraft der Wahrheit und der Ideen zu zerstören. Revolution bedeutet Einheit, Unabhängigkeit, den Kampf für unsere Träume von Gerechtigkeit für Kuba und die Welt zu führen, was die Grundlage darstellt für unseren Patriotismus, unseren Sozialismus und unseren Internationalismus.« Fidel Castro, 01.05.200

                               

                     -------------------------------------------------------------- Fidel in der DDR

 

Quelle:   Sa./So., 28. / 29. Juli 2007, Nr. 173/   

                                                                             Fotoreportage / Seite 4 (Beilage)


Zum kubanischen Nationalfeiertag: Erinnerungen von Dieter Itzerott an eine Reise auf die »rote Insel der Karibik« 1961. Und an einen Auftritt des Revolutionsführers in Leuna 1972

Nach der Kundgebung bei Leunawerkern in der Chemieregion der DDR: Fidel Castro und Erich Honecker 1972

Nach der Kundgebung bei Leunawerkern in der Chemieregion der DDR: Fidel Castro und Erich Honecker 1972; Photo: Dieter Itzerott

Zu Zeiten, als die westdeutsche Linke das revolutionäre Kuba, Ernesto Che Guevara und den »socialismo tropical« erst am Rande wahrgenommen hatte, reiste Dieter Itzerott aus der DDR auf die »rote Insel der Karibik«. Das war Anfang der sechziger Jahre. Die unter CIA-Kommando gestartete Invasion von 1500 Exilkubanern in der Schweinebucht (Bahia de Cochinos) vom 17.April 1961 lag erst einige Monate zurück, doch war klar, daß der gescheiterte Angriff auf das unabhängige Land nicht der letzte Versuch Washingtons gewesen sein würde, Fidel Castro und seine Bewegung des 26. Juli (M-26) zu stürzen. Wachsamkeit wurde großgeschrieben. Und Solidarität.

Dieter Itzerott und seine drei Genossen vom Zentralrat der Freien Deutschen Jugend reisten mit einem klaren Auftrag aus der DDR nach Kuba. Sie sollten den ersten Freundschaftsvertrag zwischen der FDJ und dem Kommunistischen Jugendverband Kubas (UJC) abschließen. Das gelang, und es sollte sich herausstellen, daß das Abkommen den Grundstein gelegt hatte für die langjährige solidarische Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen.

Auch die Beziehungen zwischen Kuba und der DDR sollten sich in den sechziger und siebziger Jahren rasant entwickeln – und Dieter Itzerott erinnert sich, wie er zehn Jahre nach seinen Begegnungen und Erlebnissen auf Kuba dann Fidel Castro im deutschen Arbeiter- und Bauernstaat persönlich erlebte, damals als zweiter Bezirkssekretär der SED in Halle. Der kubanische Revolutionär besuchte eine traditionsreiche Stätte deutscher Revolutionäre: Die Leuna-Werke in der Chemieregion Halle-Merseburg – Zentrum der März-Aufstände gegen die deutsche Reaktion 1921. Fidel trat ein halbes Jahrhundert danach vor Arbeitern des nunmehr volkseigenen Betriebs auf. 1945 war der IG Farben-Konzern als Kriegsverbrecher enteignet worden.

Jüngst erhielt junge Welt von Dieter Itzerott Fotos zugeschickt von der Kundgebung in Leuna 1972 ebenso wie von anderen Auftritten Fidel Castros in der DDR, die zum Teil bisher unveröffentlicht sind. Ebenso wie Itzerotts Notizen dazu, zum Besuch der ersten FDJ-Delegation auf Kuba und von späteren deutsch-kubanischen Begegnungen in der DDR und Fidels mit der DDR. Sie handeln auch von den Beziehungen zweier sozialistischer Staaten. Notizen aus der Geschichte, deren Veröffentlichung sich zum kubanischen Nationalfeiertag anbot. Am 26. Juli 1953 scheiterte die bewaffnete Erstürmung der Moncada-Kaserne unter Führung des jungen Rechtsanwalts Fidel Castro. Doch die Geschichte der Revolution begann.

1961 auf Kuba

Auf dem Flugplatz von Havanna begrüßte uns die Losung »Willkommen auf dem ersten freien Territorium Amerikas!«. Wir fühlten uns sofort gut aufgehoben bei Genossen in einem herrlichen Land. Im Cadillac fuhren sie uns durch alle sechs Provinzen Kubas. Mit dabei auch Dulce Maria Hermandes, Aktivistin der ersten Alphabetisierungskampagne. Es war die Zeit der Zafra (Zuckerrohrernte), und die Jugend war ganz vorn mit dabei. Ernesto »Che« Guevara hat über den kommunistischen Jugendverband UJC geschrieben, daß er »Avantgarde« sein müsse. Da wollten wir mitmachen und griffen zu den Macheten. Nach einer Stunde stand uns der Schweiß nicht nur auf der Stirn. Schwerstarbeit. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Die Zeit unseres Besuches, nur Monate nach der Schweinebucht-Invasion, war nicht ungefährlich. Kein Wunder, daß unsere Begleiter immer bewaffnet unterwegs waren. Einmal ging mit dem Fahrer das Temperament durch, als der Straßenkreuzer streikte. Er wurde wütend, zog plötzlich seine Waffe aus dem Halfter und zielte auf das Auto, Fluche ausstoßend auf den »verdammten Yankee«.

Unvergessen sind auch unsere Begegnung mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Sozialistischen Partei Kubas, Blas Roca, und Nicolas Guillén, einer der großen Dichter der Insel und darüber hinaus. Sie diskutierten mit uns über die sich formierende Kommunistische Partei Kubas. Zum Jahrestag der Revolution hatten sich, erzählten uns Roca und Guillén, über eine halbe Million Menschen in der Innenstadt von Havanna versammelt. Fidel hielt eine über vier Stunden lange Rede. Niemand verließ die Kundgebung. Für uns unvorstellbar. Roca und Guillén erklärten, daß diese Reden Fidels im Grunde den Charakter einer Diskussion mit dem Volk hatten. Aus der Masse der Versammelten wurden Fidel Fragen zugerufen, auf die er dann ausführlich einging.

1972 in der DDR

Jahre später traf ich den kubanischen Revolutionsführer persönlich. Er besuchte im Juni 1972 die DDR und kam auch in den Bezirk Halle. Ein Höhepunkt war zweifelsohne die Großkundgebung mit den Leuna-Werkern, auf der ein Veteran Fidel einen historischen Karabiner aus den Märzkämpfen 1921 überreichte. Damit waren die Bande auch symbolisch geknüpft.

Bei diesem und einem folgenden Besuch wurden weitreichende Vereinbarungen auf wirtschaftlichem Gebiet getroffen. Die Solidarität mit Kuba besaß in der DDR-Politik einen hohen Stellenwert. So gehörten beispielsweise zu meinem Tätigkeitsbereich als SED-Sekretär im Kreis Torgau zwei Projekte mit besonderer Bedeutung für die Beziehungen zu Kuba: Ein 1983 in unserer Molkerei-Genossenschaft errichtetes Trockenmilchwerk, in dem jeden Tag zwanzig Tonnen Sprühmagermilchpulver für Kuba produziert wurden. Und: Ein Ausbildungsprogramm im VEB Flachglaskombinat Torgau. 90 junge Kubaner wurden dort von 1987 bis 1989 zu Facharbeitern in der Glasindustrie.
(jW)  

30-Kilometer-Route durch die DDR-Hauptstadt: Empfang Fidel Castros 1977 in Berlin

30-Kilometer-Route durch die DDR-Hauptstadt: Empfang Fidel Castros 1977 in Berlin; Photo: jW-Archiv

 

 

 

 

 

 

Basketballspieler unter sich: Besuch bei Dynamo Berlin 1977

Basketballspieler unter sich: Besuch bei Dynamo Berlin 1977; Photo: jW-Archiv

 

 

 

 

 

 

 

In Kooperation zwischen Kuba und DDR aufgebaut: Zementfabrik »Karl Marx« in Cienfugos, 1981 das größte Werk seiner Art in Lateinamerika

In Kooperation zwischen Kuba und DDR aufgebaut: Zementfabrik »Karl Marx« in Cienfugos, 1981 das größte Werk seiner Art in Lateinamerika; Photo: jW-Archiv

 

 

 

 

 

 

Begutachtung von militärischem Gerät: 1972 bei den Arbeiterkampf­gruppen der VEB Leunawerke

Begutachtung von militärischem Gerät: 1972 bei den Arbeiterkampf­gruppen der VEB Leunawerke; Photo: Dieter Itzerott

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Facharbeiterausbildung in der DDR: Die Kubanerin Isora Gonzales bei VEB Robotron in Dresden

Facharbeiterausbildung in der DDR: Die Kubanerin Isora Gonzales bei VEB Robotron in Dresden; Photo: jW-Archiv

 

 

 

 

 

 

Gemeinsam arbeiten: Brigadier Gerhard Wagenschütz im Stahlwerk Brandenburg mit (v.l.) Jorge Rubien, Angel Matthes und Kranschlosser Lutz Pasehold

Gemeinsam arbeiten: Brigadier Gerhard Wagenschütz im Stahlwerk Brandenburg mit (v.l.) Jorge Rubien, Angel Matthes und Kranschlosser Lutz Pasehold; Photo: jW

 

                                        

 

                                                                                                                                     

                                                 

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Comandante Fidel Castro
beim Besuch des CNIC (Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung), Havanna, am 10.07.10

 

Quelle: http://www.cubadebate.cu/noticias/2010/07/10/fidel-en-el-cenic-fotos/

Photos: Alex Castro

 

 

Comandante Fidel Castro
bei Fidel-Photos, Mesa Redondo (TV-Sendung), 12.07.2010,

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.cubadebate.cu/especiales/2010/07/12/fidel-eeuu-no-juega-limpio-ni-dice-ninguna-verdad/

Photos: Alex Castro

 

                                 

 

 

 

 

 

 

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